anke wünschmann

HINTER DEN KULISSEN — Ausstellungsarchitektur für Bollinger+Grohmann im Deutschen Architekturmuseum · Frankfurt 2013, Bild 1

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HINTER DEN KULISSEN

Ausstellungsarchitektur für Bollinger+Grohmann im Deutschen Architekturmuseum · Frankfurt 2013
HINTER DEN KULISSEN — Ausstellungsarchitektur für Bollinger+Grohmann im Deutschen Architekturmuseum · Frankfurt 2013, Bild 1
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HINTER DEN KULISSEN — Ausstellungsarchitektur für Bollinger+Grohmann im Deutschen Architekturmuseum · Frankfurt 2013, Bild 12

Zeitraum: Konzept 2012, realisiert 06/2013 — Ausstellungszeitraum: 14. Juni – 01. September 2013

Leistung: Konzept, Kuratorin, Ausstellungsarchitektur, Bauleitung

ORT

Für die Ausstellung stand ein Raum im ersten Obergeschoss des Deutschen Architekturmuseums (DAM) zur Verfügung. Das Gebäudekonzept des Museums wurde in den 1980er-Jahren von Oswald Mathias Ungers entwickelt, der die Gründerzeitvilla entkernte und ein „weißes Haus” in das Gebäude stellte. Gekrönt wurde dieses Konzept von einer Struktur im Inneren des Museums, dem „Haus-im-Haus”. Die erste Aufgabe in Bezug auf den Ausstellungsraum war somit die Auseinandersetzung mit dem Ungerschen Konzept und den entsprechenden Rahmenbedingungen des Raumes.

PLASTISCHES BAND

Die international agierenden Tragwerksplaner Bollinger+Grohmann Ingenieure wurden vom DAM eingeladen, ihr Büro und ihre Arbeit im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren. Kern der Ingenieursarbeit ist der iterative Prozess mit Architekten, Designern und Künstlern von der ersten Idee bis zum fertigen Projekt. Daher bildete diese prozesshafte Arbeit die Leitlinie der Ausstellung.

Der Titel „Hinter den Kulissen” sollte diesen Prozess verdeutlichen und gleichzeitig den Blick „über die Schulter” oder „hinter den Bauzaun” thematisieren. Ausstellungsarchitektonisch wurde dies durch die räumliche Installation eines plastischen Bandes aus gelben Schaltafeln umgesetzt, das sich sowohl vom Boden als auch von den Wänden des Museums abhob. Das von O.M. Ungers konzipierte „Haus im Haus” wurde dabei als Projekt-Installation reaktiviert. So konnten Besucher den Prozess auf dem Band als Geschichte des jeweiligen Projektes – räumlich und zeitlich dargestellt – ablesen.

Gleichzeitig entstanden durch die Formation des Bandes unterschiedliche Räume, die als „Kabinette” vertiefenden Sonderthemen gewidmet waren. Der Einsatz verschiedener Medien – von Modellen über Pläne bis hin zu interaktiven Computersimulationen – machte die Arbeit „hinter den Kulissen” greifbar. Die Besucher konnten durch Interaktion erkennen, was aus tragwerksplanerischer Sicht in den Gebäuden steckt, die sie teilweise tagtäglich sehen.

ENTWURF – PROZESS – AUSFÜHRUNG: MEDIENWECHSEL

Von der Konzeptfindung über die Produktion und Vorfertigung bis hin zum Aufbau der Ausstellung wurde mit unterschiedlichen Techniken und Programmen gearbeitet. Erste Ideen wurden traditionell mittels Handskizzen, Papp- und Styrodurmodellen formuliert, anschließend über verschiedene Visualisierungsprogramme verfeinert, mithilfe von 3D-Modellierungssoftware (Rhino, Grasshopper) konstruiert und schließlich in transportablen Elementen vorgefertigt. Diese konnten im Museum in kürzester Zeit auf- und abgebaut werden.

PROZESS

Raumbildend wickelt sich das Prozessband aus gelben Schaltafeln durch den Raum. Auf dessen raumweisender Seite befinden sich die Exponate, die den Arbeitsprozess am Beispiel dreier Projekte verdeutlichen. Wie Schnappschüsse auf einem Zeitstrahl sind Pläne, Fotos, Filme und Zeichnungen mit Abstand auf der Wand angebracht. Ein „roter Faden” verknüpft die Exponate zum Verlauf eines Prozesses.

ENTWICKLUNGEN

Technische Entwicklungen hatten für das Büro stets großen Einfluss auf die tragwerksplanerische Tätigkeit. In diesem Kabinett wurden die wichtigsten Schritte anhand wegweisender Projekte mit dem jeweiligen technischen Schwerpunkt dargestellt. Die Ausstellungsarchitektur nutzt hier eine Markierung in Form von drehbaren Fahnen, die die einzelnen technischen Meilensteine kennzeichnen.

HÜLLE

Nicht zuletzt aufgrund ökologischer Anforderungen zählt die Entwicklung komplexer Gebäudehüllen und Fassaden immer stärker zum Aufgabenbereich der Ingenieure. Das Spektrum reicht von gedämmten Ziegelsteinen bis hin zu fragilen Membrankonstruktionen als Sonnenschutz. Die Ausstellungsarchitektur präsentiert hier Detailzeichnungen der Fassaden als Exponate auf Sockeln. Die Projektinformationen erstrecken sich in Bändern über den Boden des Kabinetts bis hin zum jeweiligen Objekt.

SKELETT

Hier wurden Projekte vorgestellt, deren Tragwerk besondere Herausforderungen an die Ingenieure stellte. Einige Skelettstrukturen wurden parametrisch entworfen. Die Besucher konnten die Tragstrukturen anhand kleiner Modelle nachvollziehen, die in zwei Fällen auch als 1:1-Knoten für einen direkten Vergleich ausgestellt waren. Zusätzlich boten interaktive Stationen die Möglichkeit, selbst auszuprobieren, wie die Veränderung von Rahmenbedingungen – der „Parameter” – die Struktur eines Tragwerks beeinflusst.

CHRONIK

Im Zentrum der Ausstellung, vom Prozessband umschlossen, befindet sich der Bereich „CHRONIK”. In Form von hängenden Fahnen, durch die der Besucher streifen kann, wird die Arbeit der Tragwerksplaner von der Bürogründung bis zum Ausstellungsbeginn dargestellt. Konstruktiv wird diese Installation durch das „Haus-im-Haus” unterstützt, das im Zentrum des Geschosses steht. Es wurde sozusagen reaktiviert und wandelte sich von einer passiven Raumstruktur zur aktiven Tragkonstruktion für die Fahnen.